Durch die Hinterleuchtung offenbart das Gemälde sein verborgenes Inneres, eine glühende Anatomie in der vertrauten Kulisse des Salzkammerguts.
Der Gosausee, eigentlich ein Spiegelbild alpiner Stille, verwandelt sich in ein Becken aus flüssigem Rot. Die durchscheinende Grundierung lässt das Wasser nicht mehr ruhen, es brennt von unten herauf. Und hoch darüber, am Dachstein, verliert das vermeintlich „ewige Eis“ seine Unnahbarkeit. Der Gletscher, sonst ein Monument aus weißer Erhabenheit, zeigt plötzlich Wunden, ist von roten Löchern durchsetzt, die den rasanten Rückzug des Eises markieren.
„Rote Seele“ soll als expressionistischer Aufschrei der Natur gelesen werden, die unter unseren Händen verglüht.
Die Fotografie war Teil der Ausstellung „photo graz 018 – Biennale der steirischen Fotokunst“ im Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz, und ist im gleichnamigen Katalog abgebildet. Herausgeberin: Kulturvermittlung Steiermark.









