Ein altes, hinterleuchtetes Ölgemälde einer dunklen Waldlandschaft wirkt wie eine visuelle Entsprechung zu Georg Trakls expressionistischer Lyrik. Risse in der Leinwand lassen eine rote Grundierung durchscheinen, Erinnerungen an für Trakl typische Motive wie Blut, Herbst und Untergang. Winzige Löcher im Himmelsbereich der Leinwand werden zu Lichtpunkten und erzeugen einen künstlichen Sternenhimmel, Symbol unerreichbarer Transzendenz, melancholischer Schönheit oder spiritueller Hoffnung. Und darunter duckt sich der Wald auf Erden als stiller, rissig roter Abgrund, in dem Trakls Schatten wandern.
Die Fotografie war Teil der Ausstellung „photo graz 018 – Biennale der steirischen Fotokunst“ im Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz, und ist im gleichnamigen Katalog abgebildet. Herausgeberin: Kulturvermittlung Steiermark.









