In einer an die Romanik erinnernden Formensprache dient hier unglasierter Ton zur scheinbar naiven Darstellung einer archaischen, von expressiven Menschen und Tieren besiedelten mittelalterlichen Welt. Im Gegensatz dazu steht Superman in seinem blau-roten Kostüm, als computergeneriert bedruckte Folie auf den bereits hochgebrannten Ton appliziert. Der Kontrast dieser beiden unterschiedlichen Darstellungstechniken illustriert auf neun Relieftafeln den Zusammenprall zweier verschiedener Zeitalter. Das darin erzählte Aufeinandertreffen von Superman, als Heilsbringer und Nothelfer, mit der hilfsbedürftigen, doch undankbaren und ihn letztlich tötenden Menschheit ist die neu interpretierte Geschichte des Kreuzwegs Christi.
Bildtafel 1: „Ist es ein Vogel? Ein Düsenjäger? Eine Rakete? Nein, es ist SUPERMAN!“
Bildtafel 2: „Für die einen bin ich ein selbstloser Held, für die anderen ein weltfremder Spinner.“
Bildtafel 3: „Ich betrachte meine Kräfte nicht nur als Geschenk an mich, sondern an alle, die sie brauchen.“
Bildtafel 4: „Alle scheinen nur damit beschäftigt zu sein, festzuhalten, was sie haben.“
Bildtafel 5: „Wieder spüre ich den warmen Frühlingswind im Haar und ich mache es mir zur Aufgabe, meinem Rat zu folgen.“
Bildtafel 6: „Pa weiß, daß nicht alle Samen aufgehen, aber er gibt jedem eine Chance zu wachsen.“
Bildtafel 7: „Ich brauche kein Essen. Ich kenne keinen Hunger. Ich weiß nicht, ob das ein Segen oder ein Fluch ist.“
Bildtafel 8: „Dachte ich wirklich, ich könnte erfolgreich sein?“
Bildtafel 9: „Das Problem, sagte Pa, ist der Mensch.“
Die Arbeit wurde im Jahr 2003 bei meiner Personale „Das Haus des Herrn hat viele Wohnungen“ im Kulturzentrum bei den Minoriten / Graz gezeigt. Graz war damals Europäische Kulturhauptstadt.
2005 waren die 9 Fliesenreliefs in der Ausstellung „KERAMIK. Aktuelle Tendenzen aus Österreich“ im Museum für Angewandte Kunst, MAK Wien, zu sehen. Abbildungen im gleichnamigen Katalog, ISBN 3-900688-69-9.
Heute ist die Arbeit Teil der „Sammlung Wolf“, die 2023 im Schenkungswege auf die Diözese Graz-Seckau übergegangen ist.




