Vierzehn Nothelfer
Installation, 14-teilig; 2003
14 Holzpodeste, H/B/T = je 97 cm / 37 cm / 37 cm
14 Acrylglassäulen und Keramikteile, DM/H = je 13 cm / ca 30 cm
Lautsprecher, Kunstblut

14 Heiligendarstellungen aus Keramik bekrönen die 14 mit Kunstblut befüllten Acrylglasgefäße der Installation. In den Podesten darunter erzeugen verborgene Lautsprecher in periodischen Abständen Herztonfrequenzen, die das „Blut der Märtyrer“ zum Pulsieren bringen. Die figuralen Darstellungen der einzelnen Heiligen beziehen sich auf ihre Vita und die sie betreffende römisch-katholische Ikonographie.
Die Installation thematisiert den im pestbedrohten 14. Jahrhundert im Regensburger Raum entstandenen Nothelferkult. Der menschlichen Ohnmacht gegen damalige Seuchenausbrüche versuchte man zu begegnen, indem man möglichst viele Heilige auf einmal anbetete. Den Märtyrern wurden dabei diverse „Aufgabenbereiche“ zugewiesen, und so wurden sie Helfer bei verschiedensten Krankheiten, wie beispielsweise der Hl. Blasius bei Halsschmerzen oder Geschwüren.

Rund 800 Kirchen waren bereits im Spätmittelalter 14 Haupthelfern, den sogenannten „14 Nothelfern“, geweiht, zu denen meist – mit regionalen Abweichungen – folgende 14 Heilige gezählt wurden:
Hl. Achatius, Hl. Aegydius, Hl. Barbara, Hl. Blasius, Hl. Christophorus, Hl. Cyriacus, Hl. Dionysius, Hl. Erasmus, Hl. Eustachius, Hl. Georg, Hl. Katharina, Hl. Margareta, Hl. Pantaleon und der Hl. Vitus.

Die Installation wurde im Jahr 2003 in Graz, der damaligen Europäischen Kulturhauptstadt, als Teil meiner Personale „Das Haus des Herrn hat viele Wohnungen“ im Kulturzentrum bei den Minoriten gezeigt.