WORTGEWALTEN
Installation, 2018
Schwarze, durchschossene Mangantonplatten, Metallrahmen, Projektilwannen, LED-Lichtleisten, Trafos
H/B/T = 220 cm / 136 cm/ 41 cm
H/B/T = 240 cm / 157 cm / 41cm

Zur historischen Einordnung:
Nach dem Attentat von Sarajevo auf Thronfolger Franz Ferdinand stellte Österreich-Ungarn am 23. Juli 1814 ein Ultimatum an Serbien, dessen schriftliche Beantwortung als unzureichend von Wien angesehen wurde. Per Telegramm erfolgte am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung Österreich – Ungarns an Serbien, verfasst vom damaligen Außenminister Leopold Graf Berchtold.
Den Wortlaut dieses Telegramms, das den Ersten Weltkrieg ausgelöst hat, habe ich in Tonplatten geschossen und Georg Trakls Gedicht „Grodek“ gegenübergestellt.

Georg Trakl meldete sich im August 1914 freiwillig als Sanitäter zur Armee, es sollten seine letzten Lebensmonate werden. Er erlebte bei der Schlacht von Grodek, heute auf dem Gebiet der Ukraine gelegen, das Grauen der Ostfront und wurde schwer traumatisiert in das Heeresspital von Krakau eingeliefert. Dort schrieb der 27-Jährige das Gedicht „Grodek“ kurz vor seinem selbstgewählten Tod Anfang November 1914.
Das expressionistische Werk gilt als eine der wortgewaltigsten Anklagen gegen Krieg in der Weltliteratur: Nicht durch politische Parolen, sondern tiefgreifende innere Erschütterung, die Trakl mit seinen Sprachbildern auslöst.

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