NIEMAND HAT DAS RECHT ZU GEHORCHEN
Wandinstallation, 2016
Schwarze, durchschossene Mangantonplatten, Metallrahmen, Projektilwanne, LED-Lichtleiste, Trafo
H/B/T = 29 cm / 127 cm / 26 cm

Den Satz „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ fiel sinngemäß in einem Radiointerview, das Hannah Arendt 1964 gab. Er steht in Zusammenhang mit dem Prozess gegen den hochrangigen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, der seine Schuld mit bloßem „Befehlsgehorsam“ rechtfertigte.


Im Satz betont die Politologin und Philosophin Arendt, dass Gehorsam keine Entschuldigung für Unrecht sein darf, besonders im Angesicht totalitärer Systeme. Jeder Mensch hat moralische Verantwortung zu übernehmen und darf sich nicht hinter dem Argument des „nur Gehorchens“ verstecken, um Handlungen zu rechtfertigen, die gegen grundlegende Menschlichkeit verstoßen.
Die Installation in ihrer aggressiven Herstellungstechnik verdinglicht sichtbar die Polarität zwischen dem mahnenden Inhalt der Aussage Arendts und der amoralischen Brutalität gewissenlosen Gehorsams.

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