„Ich bin der Welt abhanden gekommen, mit der ich sonst viele Zeit verdorben.“
Dieses Zitat aus Friedrichs Rückerts gleichnamigem Liebesgedicht, anno 1821, an seine zukünftige Frau Luise lesen wir in einer Sprechblase. Sie entströmt einer der vielen Kabinenfenster des luxuriösen Aida-Kreuzfahrtschiffs.
Der Text einer zweiten Sprechblase schließt mit einer weiteren Zeile der später von Gustav Mahler so wunderbar vertonten Verse Rückerts: „Ich kann auch gar nichts sagen dagegen, denn wirklich bin ich gestorben der Welt.“
Mit dieser bewussten Fragmentierung des romantischen Gedichts, einen Dialog bildend, möchte ich eine Doppelbödigkeit erschaffen: sind es nun die Sätze eines verliebt entrückten Paares auf einem Kreuzfahrtschiff, oder spricht aus ihnen die gelangweilte, überdrüssige Abwendung von unserer Welt?
Das abgewandelte Aida-Logo auf dem riesigen Schiffsrumpf zeigt Wonder Womans weinendes Auge und ihren traurigen Mund.
Mag das ein Hinweis sein?














