Wahrscheinlich werden in der Collage „Wer’s glaubt, wird selig“ kunstgeschichtlich Versierte und medizinisch Ausgebildete manches ihnen vertraute Bildfragment entdecken.
Die Komposition ist in zwei Ebenen geteilt: Das „Jenseits“, also das Paradies, ist im Vordergrund zu sehen, das „Diesseits“ entfaltet sein bedrückendes Gegenwartsszenario im Hintergrund.
In das jenseitige Paradiesgärtlein des Oberrheinischen Meisters, gemalt um 1415, habe ich Teile der Wiese des Genter Altars (1432) der Gebrüder van Eyck eingefügt. In diesem neu geschaffenen hortus conclusius tummeln sich gutgelaunte ehemalige Erdbewohner, wie beispielsweise der Mann, aufgestützt auf seinen Spaten. Er ist aus Andreas Vesalius‘ Meilenstein der Medizingeschichte entnommen, der siebenbändigen Schrift „De Humani Corporis Fabrica Libri Septem“, veröffentlicht im Jahr 1543. Vesalius, Leibarzt Karls V, gilt als der Begründer der neuzeitlichen Anatomie.
Sowohl die kirschenpflückende Familie wie auch Hirsch, Hund und Katze stammen vom englischen Chirurgen und Anatomen William Cheselden (1688-1752). Alle Zeichnungen sind Teil der „Osteographia or the Anatomy of the Bones“ aus dem Jahr 1733. Cheselden gelang darin die erste vollständige und korrekte Beschreibung der Anatomie des menschlichen Skeletts.
Das „Diesseits“ im Hintergrund ist Teil der rechten, inneren Bildtafelseite des Triptychons „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch, gemalt Ende des 15. Jahrhunderts. (Die Außenseiten des Triptychons habe ich in der Collage „Wunsch“ verwendet.)
All diese Bildteile sind nun mit Wonder Womans Denkblase verwoben, in der zu lesen steht: „Wer‘s glaubt, wird selig“. – Die Existenz eines (jenseitigen) Paradieses bleibt wohl eine persönliche Glaubensfrage, dass Kriege ständige Begleiter der Lebenden im Diesseits sind, leider nicht.














