„…Der normale Mensch ist nicht nur viel unmoralischer, als er glaubt, sondern auch viel moralischer, als er weiß. …“ (S.Freud, 1923; aus: Das Ich und das Es)
Dieses Zitat Freuds fasst die zentrale Erkenntnis seiner psychoanalytischen Theorie über die menschliche Natur zusammen. Es verdeutlicht, dass unser bewusstes Handeln nur die Spitze eines Eisbergs ist und darunter mächtige, unbewusste Kräfte wirken.
„Viel unmoralischer, als er glaubt“: Diese Aussage bezieht sich auf das „Es“, den Bereich der unbewussten Triebe und verdrängten Wünsche. Aufgrund der Verdrängung unterschätzt der normale Mensch das Ausmaß seiner eigenen „unmoralischen“ Triebnatur.
„Viel moralischer, als er weiß“: Hier steht das „Über-Ich“ im Zentrum, die Instanz der Moral, Werte und Ideale. Es wirkt oft unbewusst als strenges Gewissen und entsteht durch die Verinnerlichung elterlicher Forderungen und gesellschaftlicher Normen.
Durch das Zitat auf dem Spiegel hoffe ich, die davor Stehenden anzuregen, durch bewusste Selbstwahrnehmung ihre alltäglichen Verhaltensweisen öfter zu reflektieren.














