(…)
„In einem komfortablen Haus, das uns an italienische Malerei erinnert, beobachtet Superman ein Festgelage von glücklichen Menschen, die essen, trinken, Musik hören. Sogar Trauben hängen über dem Dach in Hülle und Fülle. Superman steht draußen vor der Tür und schaut verwirrt, fast unglücklich hinein. Wie ist das zu verstehen? Er, der Superheld, braucht kein Essen, muss nicht trinken. Jede Spur von Sinnlichkeit ist ihm erspart. – Gott sei Dank?
Er schaut die sinnenfrohen Menschen an und stellt sich plötzlich die Frage, ob es nicht doch ein Fluch sei, am Sinnlichen nicht teilnehmen zu können. Ist es ein Segen, genau das nicht genießen zu können, was den Menschen so klar definiert? Seine Sinnlichkeit? Ist Sinnlichsein gut oder böse? Ist es vielleicht nicht besser, die sinnlichen Genüsse des menschlichen Daseins zu genießen, als Superkräfte zu besitzen?“ (Pieter M. Judson)
Anm: Abgebildet sind drei Wandfliesenreliefs aus dem 9-teiligen Zyklus „Ein Nothelfer“, 2002. Die im „extra“ zitierten Zeilen von Pieter. M Judson sind ein Auszug aus seinem Essay „Von Superhelden und Heiligen“. Der vollständige Text ist bei „Publikationen“ zu finden.


















