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Künstlerhaus Wien, Katalog zur Ausstellung
„ZEIT(LOSE) ZEICHEN – Gegenwartskunst in Referenz zu Otto Neurath“
Herausgeber:innen: Peter Bogner, Marie Christine Holter, Barbara Höller
Kerber Verlag, Bielefeld 2013
ISBN 978-3-86667878-792-6

Katalogtextauszüge:

Peter Bogner: (Direktor Künstlerhaus Wien)
Zeichen sehen, Zeichen setzen. Das sind die ureigenen Aufgaben der Kunst, ebenso für eine Kunstinstitution wie das Künstlerhaus, welches seit nunmehr 150 Jahren am aktiven Diskurs teilnimmt, gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen mit den Mitteln der Kunst kommentiert, präsentiert und Lösungen anbietet, die für uns von Bedeutung sind.

Das Künstlerhaus hat sich mit dem Ausstellungsprojekt ZEIT(LOSE) ZEICHEN anlässlich des 130. Geburtstages und ausgehend von den fundamentalen Leistungen Otto Neuraths, die in der globalen Kommunikation das Funktionieren des täglichen urbanen Lebens ermöglichen, das Ziel gesteckt, in künstlerischen Positionen diese Zeichen zu untersuchen. Aktueller kann eine Präsentation kaum sein, wie die unterschiedlichen hervorragenden Arbeiten beweisen, die in diesem Buch dokumentiert sind.

Maria Christine Holter: (Kuratorin der Ausstellung ZEIT(LOSE) ZEICHEN)
Piktogramme, Icons, Apps,….analoge und digitale Bildzeichen bestimmen die Kommunikation, visuelle Leitsysteme prägen den öffentlichen Raum – ja sogar die jüngsten Revolutionen werden von universell verständlichen Piktogrammen getragen. Was heute zum (Medien)Alltag gehört, hat seinen Ursprung in Otto Neuraths bildpädagogischem Konzept: der in den 1920er und 30er-Jahren entwickelten „Wiener Methode der Bildstatistik“, einem später ISOTYPE (International System of Typographic Picture Education) genannten, weltweit benutzen Visualisierungssystem. (…)

Wilfried Gerstel:
Die Wandskulptur 1+1+1=1 beschreibt das Thema Dreifaltigkeit in der von Otto Neurath zusammen mit dem Grafiker Gerd Arntz entwickelten Piktogrammsprache. Diese ist durch die Reliefdarstellung um eine dritte Dimension erweitert, die auch inhaltlich neue Deutungsmöglichkeiten für den Trinitätsgedanken ergibt. Während die Schreibweise in Form einer Gleichung die Sichtweise der römisch katholischen Kirche zur Dreifaltigkeit durchaus verdeutlicht, ist sie in ihrer mathematischen Unstimmigkeit Ausdruck für das distanzierte Verhältnis des Sozialökonomen Neurath zur Religion.

1+1+1=1 (Dreifaltigkeit)
Wandskulptur, 2012
gebrannter Ton, Ölfarbe
H/B/T = 27,5 cm / 34 cm / 4 cm

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